Jungs sind Verlierer in der Schule!


[Hamburger Morgenpost, Dienstag, 5.05.2009]

SANDRA SCHÄFER

Sitzenbleiber, Störer, Sonderschüler und Schulabbrecher. Sie alle haben eins gemeinsam: Sie sind in der großen Mehrzahl Jungen. Denn das "starke Geschlecht" schwächelt und gerät vor allem in Schule und Ausbildung zunehmend ins Hintertreffen. Nach 30 Jahren erfolgreicher Mädchenarbeit sind sich Pädagogen einig, dass zu wenig für Jungen getan wurde. Hamburg soll nun einen Jungenbeauftragten bekommen. Zudem ist geplant, mehr Männer für den Beruf des Erziehers und des Lehrers zu gewinnen.

Die Probleme beginnen meist schon in der Grundschule. Jungen können nicht so gut stillsitzen und konzentriert arbeiten. Sie sind schlechter organisiert und machen Unsinn, statt dem Unterricht zu folgen. Tatsächlich wird bei weitaus mehr Jungen als Mädchen das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) diagnostiziert. "Wenn du nur zwei solcher Störer in der Klasse hast, die über Tische und Bänke gehen, dann blockieren die den Unterricht", schildert eine Lehrerin aus Bahrenfeld.

Auch Lese- und Rechtschreibschwäche tritt bei Jungen doppelt bis drei Mal so häufig auf. Mädchen sind besser in der Kommunikation, sie verstehen leichter, was der Lehrer meint, und sie sind teamfähiger. Diese Erfahrung hat Frank Beuster, Lehrer und Autor des Buches "Die Jungenkatastrophe" gemacht. Das bedeutet für Jungen: "Sie sehen sich selbst zunehmend als Störer und Verlierer in der Schule." Die Folge sind schon früh Schulfrust und Aggressivität. Was sich nicht selten in Schwänzen oder Prügeleien auf dem Schulhof entlädt. "Oder Jungs machen den Klassenclown", so Publizist Alexander Bentheim ("Was Jungen brauchen"), "ein beliebtes Rollenbild von überforderten Jungen, wenn der Druck zu groß wird."

Und der Leistungsdruck ist oftmals hoch. Denn Eltern von Jungen plagen häufig schon früh Zukunftssorgen. Ohne einen guten Schulabschluss gibt es kaum Hoffnung auf eine Lehrstelle. Und die klassischen Männerberufe sterben aus. So wird Leistungsdruck erzeugt, damit die Noten trotzdem stimmen. Doch Jungen bleiben viel häufiger sitzen als Mädchen, in den Klassen fünf und sechs etwa sind 63 Prozent der Wiederholer Jungen. Sie gehen häufiger auf Haupt- und Sonderschulen, und 59 Prozent der Schüler, die die Schule ohne Abschluss verlassen, sind Jungen. Bei den Abiturienten hingegen machen sie nur 43 Prozent eines Jahrgangs aus.

"Mädchen haben am Ende der Schulzeit die besseren Zeugnisse und die besseren Bewerbungsmappen", so Frank Beuster. "Wen wundert es, dass sie eher eine Lehrstelle bekommen?" Doch was ist die Ursache des massenhaften Schulscheiterns von Jungen? "Jungen brauchen viel mehr Wildheit, als ihnen von der Gesellschaft zugebilligt wird", sagt Bentheim. "Sie werden in der Schule ständig begrenzt und diszipliniert. Dabei verstehen sie oftmals nicht einmal die Regeln, an die sie sich halten sollen." Gerade typisch "männliche" Angewohnheiten fallen bei größtenteils weiblichen Lehrerkollegien negativer auf. Gleichzeitig fehlen die typischen männlichen Rollenvorbilder.

Lesen Sie morgen: So arbeiten Männer als Pädagogen

Info:

Nur 43 Prozent der Abiturienten sind Jungen

Jungen in Hamburg gehen häufiger auf die Hauptschule als Mädchen, sie bleiben häufiger sitzen, und sie fallen öfter als Problemfälle auf. Die MOPO hat interessante Zahlen zusammengestellt, die belegen, dass in vielen Bereichen die Jungen das Nachsehen haben.

65 Prozent der verspätet eingeschulten/zurückgestellten Kinder sind Jungen - der Rest Mädchen.

59 Prozent der Jugendlichen, die ohne Hauptschulabschluss abgehen, sind Jungen, der Rest Mädchen.

56 Prozent der Hauptschulabschließer sind Jungen.

Nur 43 Prozent der Abiturienten sind Jungen.

63 Prozent der Wiederholer in der 5. und 6. Klasse sind Jungen.

65 Prozent der von der Einschulung Zurückgestellten sind Jungen.

"Frauen und Männer gleichermaßen geeignet"


[29. April 2009]

Viel zu wenige Männer interessieren sich für den Lehrberuf beklagt Dagmar Hackl, Direktorin der PH Wien, im derStandard.at-Interview

Der männliche Lehrer war in früheren Zeiten fast eine Institution, heute sieht man jedoch vergleichsweise wenige von ihnen in den Klassenzimmern. Besonders der Unterricht an Volksschulen ist mittlerweile von Frauen dominiert. Eine Entwicklung, der man an der Pädagogischen Hochschule Wien gegensteuern will. Deshalb stand auch der diesjährige Informationstag unter dem Motto "Männer in den Lehrberuf". Dagmar Hackl, Direktorin der PH Wien, ist überzeugt: "Frauen und Männer sind für diese Arbeit im gleichen Maße geeinigt". Im Interview mit derStandard.at spricht sie über den mangelnden Status des Berufsbildes, der viele Männer abschreckt.


***

derStandard.at: Warum bemühen Sie sich an der PH Wien konkret Männer anzusprechen?
Hackl: Wir haben viel zu viele weibliche Volksschullehrerin. Das ist ein Problem, da wir in der Gesellschaft auch das gleichberechtigte Bild von Männern und Frauen widerspiegeln wollen. Kinder sollen sich auch schon in der Grundschule mit beiden Geschlechterrollen auseinandersetzen können. Derzeit gibt es viel zu wenig Männer, die Volksschullehrer werden wollen. Bei uns sind es 7 bis 9 Prozent. Im Hauptschulbereich sind es etwas mehr: 15 bis 17 Prozent der Studierenden sind männlich. Nach unsererem Informationstag speziell für Männer haben sich die Anmeldungen für den Hauptschulbereich erhöht. Bei den Anmeldungen für die Grundschule haben wir hingegen nur eine mehr als im vorigen Jahr.

derStandard.at: Haben Sie eine Erklärung dafür, warum der Lehrberuf für Männer wenig attraktiv zu sein scheint?
Hackl: Es ruft jedes Arbeitsfeld geschlechterspezifische Bilder in der Gesellschaft hervor. In den letzten Jahren hat es eine sehr große Feminisierung vieler Berufsfelder gegeben, wenn man etwa an die Pflegeberufe oder auch an den Beruf der Volksschullehrerin denkt. Da haben sich Stereotype entwickelt, die die Verweiblichung dieses Berufsbildes mit sich gebracht haben. Die Arbeit mit jungen Kindern ist eine, die mehr den Frauen zukäme, wird angenommen. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass eine gewisse Statusminderung dieser Berufe bei der männlichen Bevölkerung präsent wird. Sehr stark männlich dominierte Berufe sind traditionell immer mit dem Status der Kraft und Wichtigkeit verbunden. Daher glaube ich, dass die Attraktivität des Lehrberufs sehr unter diesen Gesellschaftsbildern, die entstanden sind, leidet. Gerade die Arbeit mit jüngeren Kindern ist aber einer der wichtigsten Bereiche in unserem Schulsystem, in dem sehr professionell agiert wird. Frauen und Männer sind für diese Arbeit im gleichen Maße geeignet.

derStandard.at: Scheitern männliche Bewerber vielleicht eher an den Aufnahmeverfahren?
Hackl: Es kommt erst gar nicht zu diesem Zugang, denn sie bewerben sich fast gar nicht. Wenn, dann ausschließlich für die Arbeit mit älteren Kindern, also ab 10 oder 14 Jahren. Der Männermangel betrifft vorwiegend die Grundschule. Wir brauchen auch hier Männer, die diesen Beruf anstreben.

derStandard.at: Sind es nur Berührungsängste oder ist die Tatsache, dass so wenige Männer an dem Beruf interessiert sind, vielleicht auch eine Gehaltsfrage?
Hackl: Ich glaube, weil gerade in diesem Bereich Männer und Frauen gleich bezahlt werden, gibt es hier keine geschlechterspezifischen Unterschiede. Es gibt ein Einstiegsgehalt, dass sich junge Akademiker männlichen Geschlechts vielleicht nicht erwarten, wobei natürlich im derzeitigen Dienstrecht und Gehaltsschema die Steigerung schon so ist, dass nach einigen Jahren sicherlich auch eine sehr gute Position erreicht werden kann. Natürlich werden Akademiker, die in der AHS unterrichten, höher bezahlt. Aber der Unterschied ist nicht so eklatant, dass man meinen müsste, dass er stark ins Gewicht fällt.
Ein großes Problem in diesem Bereich ist eher, dass es fast keine Karriereverläufe gibt. Es ist sehr schwierig jungen Männern zu erklären, wie ihre Karriere aussehen kann. Viele möchten oft nicht für immer an der Volksschule bleiben. Sie wollen sich entwickeln und da haben wir in diesem Schulsystem zu wenige Ansatzpunkte.

derStandard.at: Was könnte man außer Bewusstseinsbildung noch tun, um den Lehrberuf für Männer attraktiver zu machen?
Hackl: Ich glaube, dass man darauf hinweisen muss, dass gerade das Berufsfeld der Volksschullehrer und Volksschullehrerinnen das Wesentlichste ist, weil hier alles anfängt. Eine hohe Professionalisierung, das große Know-How, das diese LehrerInnen haben müssen, ist die Grundlage für jede weitere Schullaufbahn. Es muss klargemacht werden, dass der Beruf der Volksschullehrers genaus professionell ist und ebenso gewertet werden muss wie der der LehrerInnen an den AHS. Das ist eine gesellschaftspolitische Entwicklung, die wir vorantreiben müssen. Dann wird sich das Problem des Lehrer-Mangels auch mit der Zeit geben. Österreich liegt bei den Quoten zwar im unteren Drittel, aber der unterdurchschnittliche Männer-Anteil bei den LehrerInnen ist ein weltweites Problem.

derStandard.at: Aus welchen Beweggründen entscheiden sich denn dann doch manche - wenn auch wenige - Männer für die Ausbildung zum Volksschullehrer?
Hackl: Zwei, mit denen ich gesprochen habe, hatten vorher schon mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet. Sie sind im Laufe ihrer persönlichen Arbeit draufgekommen, dass sie sehr gerne auch schon mit kleineren Kindern arbeiten würden. Vorher haben sie gedacht: "Das ist nichts für Männer" und sind dann im Laufe der Zeit draufgekommen, wie erfüllend die Arbeit mit kleineren Kindern ist. Einige andere, die sich jetzt für die Ausbildung zum Volksschullehrer interessieren, haben hingegen von vornherein gesagt: sie wollen das einfach, weil sie meinen, dass sie dort richtig in ihrer Berufswahl sind.

derStandard.at: Hat der Lehrer-Streit Auswirkungen auf die Bewerber-Zahlen?
Hackl: Wir stellen fest, dass wir mehr Voranmeldungen haben als voriges Jahr. Die, die dieses Studium jetzt beginnen werden in drei, vier Jahren in den Beruf gehen. Dann werden wir einen starken Lehrermangel haben. Deshalb haben sie mit großer Wahrscheinlichkeit gute Jobchancen, die fast schon eine Jobgarantie sind.
(Teresa Eder/derStandard.at, 3.5.2009)

Der gefährliche Überschuss

[Von Markus Schwering, 26.04.09]

Jungs befinden sich nach der Emanzipation der Frau in einer durchaus misslichen Lage. Sie sollen weibliche Eigenschaften adaptieren und ringen dabei mit ihren ureigensten Trieben. Müssen sich Männer nun ihrerseits befreien?

Diese Kolumne ist politisch unkorrekt - und wer auf politischer Korrektheit besteht, sollte nicht weiterlesen. Ich selbst äußere das folgende auch nur zögernd - und mit gebührendem Abstand zum schreckensvollen Geschehen. Der Schulmordlauf von Winnenden hat wieder einmal gezeigt: Wenn Amok gelaufen wird, dann sind stets Männer bzw. männliche Wesen die Täter, so gut wie nie Frauen. Im Fall von Winnenden wird dieser Umstand verschärft durch die Beobachtung, dass der Mörder gezielt Lehrerinnen und Mitschülerinnen ins Visier nahm.

Das führt zu einer Frage: Benachteiligt unser Bildungssystem, unsere Gesellschaft je nach dem gerade Jungen in einer Weise, dass sie - wieder je nach dem - anfällig werden für monströs-radikale Konfliktlösungen? „Je nach dem“ - das meint, dass die Katastrophe selbstredend viele Ursachen hat, die teils menschlichem Erkennen unzugänglich sein mögen. Davon unabhängig ist doch bemerkenswert, wie die auch im Zuge der Frauenemanzipation durchgesetzte geschlechtsübergreifende „Feminisierung“ von Verhaltensformen und -normen Männer ins Abseits stellt.

Die haben nun mal dank ihrer hormonellen Disposition - Stichwort: Testosteron - einen Aggressivitätsüberschuss, der sich normalerweise in typischem Macho-Gehabe auslebt. Damit ist es nichts mehr: Jungen, schon in der Grundschule von Frauen regiert, sollen wie Mädchen fleißig, aufmerksam, strebsam und interessiert sein. Das aber kollidiert dann leicht mit ihrem Selbstbild und der inoffiziellen männlichen Werte-Hierarchie. Dass der Konflikt keine Einbildung ist, zeigt das Leistungsverhalten der Jungs: Die Mädels ziehen mühelos an ihnen vorbei, stellen an den Hochschulen die Mehrheit der Studierenden.

Ist die Vermutung abwegig, dass es die durch diese Konstellation aufgestauten Spannungen und Frustrationen sind, die sich dann schon mal kurzschlüssig und katastrophal Bahn brechen. Was tun? Muss sich nach der Frau der Mann emanzipieren? Es gibt ja bereits Jungen-Förderprogramme, die auf der Erkenntnis beruhen, dass etwas zu geschehen hat. Reicht es?

Fatal wäre freilich der Umkehrschluss: Wenn der Mann - wie in patriarchalischen Gesellschaften üblich - seine Frau verprügeln darf, dann läuft er auch nicht Amok. Und wer mutmaßt, ich wolle mit vorangehenden Einlassungen meine eigene Frauen verachtende Lebenspraxis rechtfertigen, irrt ebenfalls. Ich prügle meine Frau nicht - da können Sie sie ruhig fragen. Aber ich bin auch kein Amokläufer.

El fracaso escolar, ¿cuestión de sexo?


[El País, 12-04-2009]

El elevado descalabro educativo español (30,8%) es un asunto masculino - Las alumnas obtienen un rendimiento superior

REPORTAJE
JOSÉ LUIS BARBERÍA


"Tenemos un problema muy serio con los chicos", resume el profesor Antonio Matamala, tras descomponer, para el periodista, la fórmula en la que se sustenta nuestro modelo educativo: "Dos medidas de comprensión lectora, dos de atención en clase y dos de esfuerzo personal". A juicio de este pedagogo, director de Bachillerato del colegio Liceo Europeo de Madrid, el problema es que buena parte de los alumnos varones se muestran incapaces de cumplir con esas exigencias mínimas. Se mire como se mire: por cursos y ciclos académicos, por autonomías o redes de titularidad pública o privada, resulta ya innegable que las alumnas obtienen un rendimiento sustancialmente superior al de los chicos a lo largo de todo el sistema educativo. Es una noticia incómoda, incluso, excéntrica, pero tan persistente que ha acabado por romper el pudoroso corsé de la corrección política.

Reconozcámoslo abiertamente: el desastre del elevado fracaso educativo español (30,8% en 2006) y el abandono escolar temprano son un asunto esencialmente masculino. Sin la abultada contribución de los varones a ese descalabro, en el que la inmigración contribuye sólo en una porción mínima, las alumnas españolas no estarían muy por debajo de la media educativa de los países de la Organizaciónla Cooperación y el Desarrollo Económicos (OCDE), establecida en el Informe PISA. Y lo que tenemos, en la antesala de la sociedad del conocimiento, es que más del 36% de los muchachos y el 25% de las chicas salen del sistema escolar sin ni siquiera haber cubierto la Enseñanza Secundaria para Obligatoria (ESO); jóvenes con una formación académica mínima y ni oficio, ni beneficio. El objetivo comunitario de reducir el fracaso escolar al 15,5% en 2010 se ha convertido para España en una amarga quimera.

¿Vamos a un modelo de pareja común en la que el varón es manifiestamente más iletrado que la mujer? Porque en la educación, el sexo débil es claramente el masculino. "Hay chavalas con una capacidad impresionante; sacan unas notas excelentes, hacen montones de extraescolares: ballet, deporte, piano, militan en una ONG y encima, ayudan en su casa", se admira Matamala. Las chicas lo hacen ya mejor en los primeros años de escolarización y ese rendimiento diferencial superior se mantiene, con altibajos, a lo largo del recorrido educativo hasta desembocar en la Universidad. En los últimos años, el porcentaje de licenciaturas universitarias conseguido por las mujeres se sitúa en torno al 61%. Y eso, pese a que las chicas continúan estando más retrasadas en las asignaturas de matemáticas y física y que, por lo mismo, siguen mostrándose reticentes ante las carreras científico-técnicas. La directora del Instituto de la Mujer, Rosa Perís, achaca a razones culturales esa pobre representación femenina, cercana al 30%.

"Las carreras técnicas les dan miedo porque ellas son muy prácticas y buscan salidas profesionales más compatibles con el proyecto de fundar una familia, tener hijos...", explica, a su vez, el profesor de la Universidad Complutense de Madrid, Antonio García Martínez. Según eso, el estancamiento en el número de catedráticas y de personal docente femenino universitario (36,1%) y la falta de correspondencia entre la superior formación de las mujeres y su lugar en el mercado laboral tiene que ver con su voluntad de procrear, una suerte de "mandato de género" que trunca, a menudo, trayectorias profesionales brillantes. La discusión está en si el denominado "techo de cristal" (expresión que designa los obstáculos supuestamente invisibles que impiden a las mujeres ocupar puestos de responsabilidad para los que están preparadas) depende sólo de factores culturales o influyen también elementos biológicos. En cualquier caso, la conciliación entre la vida laboral y familiar se revela como una necesidad urgente, puesto que ningún país -no, desde luego, España-, puede permitirse el lujo de prescindir de la riqueza potencial que conlleva la formación de las mujeres.

La variable de género ha sido poco utilizada en la investigación estadística oficial, aunque pocos directores de centros de enseñanza dudan, a estas alturas, de la significación de las diferencias entre el comportamiento educativo masculino y femenino. A falta de datos oficiales y sin pretensiones científicas mayores, algunos pedagogos han optado por confeccionar sus particulares estadísticas para poder calibrar el alcance del fenómeno, siquiera en el plano doméstico. La de Matamala, que cubre los cuatro cursos de la ESO y los dos de Bachillerato, muestra que en los seis ejercicios académicos el número de varones suspendidos en más de tres asignaturas superó siempre al de las chicas. Los propios estudios del Ministerio de Educación establecen que entre los estudiantes que acaban la ESO el porcentaje de varones repetidores (49%) dobla, prácticamente, al de las mujeres (26%).

Pero es que, además, los premios extraordinarios por rendimiento académico o esfuerzo personal pertenecen a las mujeres de forma tan abrumadora que, en algunos centros, se priman los méritos masculinos para evitar que los varones se sientan convidados de piedra en la fiesta. En la práctica, la "discriminación positiva" lleva tiempo ejerciéndose en determinadas universidades privadas que buscan asegurar un cierto equilibrio de matrículas masculinas y femeninas. "Sé de una universidad, cuyo nombre no diré, en el que las mujeres necesitan medio punto más de nota media para poder ser admitidas", indica un profesor.

Aunque, por lo general, las diferencias se recortan en el Bachillerato -en la etapa en la que los asuntos amorosos ocupan buena parte del universo mental femenino y los chicos reaccionan con una mejor disposición para el estudio-, el retraso no termina nunca de enjugarse totalmente a efectos de la mayoría estadística. De hecho, el reparto más equitativo de los suspensos no permite recuperar todo lo perdido, ni deshacer la ventajosa posición que ocupan las mujeres en la franja de los sobresalientes y notables. El porcentaje de chicas que se gradúan en la enseñanza posobligatoria (Bachillerato, en la rama académica) supera en 12 puntos al de los hombres. El 58,25 % de los alumnos que se matricularon en la Universidad en 2007 fueron mujeres.

¿Qué está pasando para que este fenómeno, generalizado dentro del mundo desarrollado, se produzca en nuestro país de forma bastante más acusada? Aceptado que el nivel de inteligencia es igual entre los sexos y que la escuela tiene vocación igualitaria (a diferencia en, muchos casos, de la familia y del mercado de trabajo) las explicaciones se centran, sobre todo, en la más temprana maduración psíquica y física de las mujeres. "No se puede generalizar, pero a ciertas edades, las chicas son más espabiladas", sostiene Dolores Villalba, directora de un colegio público de Primaria en Vallecas (Madrid). "Maduran antes, son más constantes y estudiosas", apunta, a su vez, Juan José Nieto, director de un instituto de Secundaria.

Encuestas llevadas a cabo en una serie de institutos muestran que en la ESO y el Bachillerato los chicos estudian una media de tres horas semanales, mientras que las chicas dedican a esa tarea alrededor de ocho. A la vista de estos datos, está claro que demasiados niños pasan demasiado tiempo con los videojuegos y matan las horas ante el televisor en lugar de hacer sus deberes y también que las chicas trabajan y se esfuerzan más. "Ellas son más aplicadas porque también son más conscientes de la importancia de la educación. Hay que tener en cuenta que en los niveles de formación bajo la tasa de paro femenino es muy superior", subraya la directora del Instituto de la Mujer. También se implican más en la clase. "De ocho manos que se levantan para formular una pregunta académica, siete son chicas", comenta Matamala.

Y eso, por no hablar del comportamiento masculino en esas edades en las que la testosterona desbocada causa estragos. Los estudios del colegio Montessori y la experiencia de otros centros muestran que más del 80% de los alumnos conflictivos suelen ser chicos. Ellos acaparan los partes de incidencia y las expulsiones, protagonizan la gran mayoría de los actos de indisciplina y las agresiones. En contraste con esa característica física, algunos pedagogos detectan entre las chicas una "agresividad psicológica alta" de efecto igualmente pernicioso. La expresión "son un horror", referida a los niños, más indisciplinados, desordenados, inconstantes, se escucha, sobre todo, en Primaria de boca de un profesorado abrumadoramente femenino. De ahí, que, especialistas como el propio Matamala, propugnen reequilibrar la composición por sexos del profesorado. "Hay profesoras que como no logran entender los comportamientos de los niños varones corren el riesgo de incurrir en falta de empatía", señala.

Lo que parece claro es que el dominio temprano de la lectura y la escritura -de acuerdo con una serie de informes, en estas materias, las mujeres llegan a acumular una ventaja de hasta año y medio-, contribuye poderosamente al mejor rendimiento continuado. Según el Informe PISA 2006, las alumnas españolas aventajan en 35 puntos a los chicos en el área de escritura, lengua y comprensión lectora, frente a los nueve puntos de retraso que arrastran en matemáticas.

"Nuestro sistema educativo está en crisis, sobre todo, porque aplicamos la misma metodología a chicos y chicas sin tener en cuenta sus notables diferencias biológicas, el dimorfismo cerebral que explica sus distintos comportamientos", sostiene la profesora de derecho administrativo de la Universidad Carlos III, de Madrid, María Calvo Charro, autora de numerosos trabajos sobre la educación. A su juicio, las chicas se adaptan mejor al sistema gracias a su precocidad en el habla y la escritura, mientras que los chicos adquieren mayor facilidad para el pensamiento lógico matemático y el razonamiento abstracto".

Madre de dos chicas y dos chicos y presidenta en España de la Asociación Europea para la Educación Diferenciada, Calvo Charro sostiene que la educación mixta de aplicación metodológica común ha dejado de tener sentido, a la luz de la experiencia y de los actuales conocimientos científicos.

"Hay múltiples y crecientes ejemplos en Estados Unidos, Australia y Europa que demuestran", subraya, "que aplicar a los chicos y chicas metodologías y ritmos diferentes contribuye a mejorar sus rendimientos escolares. En la educación diferenciada o especializada por sexos como le llamamos, las muchachas están más centradas y tranquilas, menos pendientes de los chicos". Asegura que ellas mejoran en matemáticas y física y los chavales, que, a su juicio, precisan un ambiente más competitivo y disciplinado, progresan en lenguaje. "Veo ventajas y ningún inconveniente. No es una cosa de la derechona, no se trata de volver a segregar a los sexos; es una cuestión de eficacia, chicos y chicas pueden seguir conviviendo en la escuela y compartiendo otras clases", aclara.

Pese a todo, su propuesta escandaliza a buena parte de la comunidad educativa. "La coeducación es, en sí misma, un valor que facilita la convivencia en igualdad. Hay que tener en cuenta que la educación no es solo la transmisión de conocimientos", destaca Carmen Vieites, de UGT y promotora del proyecto Sindicadas. Educando en Igualdad. "No creo que separar a los alumnos por sexo resuelva las cosas", comenta Ana María Savaté, directora de la Oficina de Igualdad de Género de la Complutense de Madrid. Tampoco a Matamala le parece una buena idea. Al igual que otros especialistas, opina que los políticos, los padres y el conjunto de la sociedad debe tomarse en serio que la educación es una tarea de todos y que hay que combatir el modelo de sociedad consumista que alimenta el deseo y, por lo mismo, la frustración.

Piensa que los palos que bloquean la rueda del sistema educativo son también el bombardeo televisivo de la violencia, el abandono de valores como el esfuerzo y el machismo todavía latente en tantos hogares españoles. La pregunta sigue siendo: "¿Qué hacer?". Pero la única respuesta unánime es que habrá que hacer lo imposible para reducir la calamidad del desastre escolar -esa grieta de género-, y para que nuestro país no pierda pie en el camino hacia la sociedad del conocimiento.

Primary schools lack male teachers


[The Guardian, Monday 23 March 2009]


More than a quarter of primary schools in England do not have a single male teacher, according to figures revealed under the Freedom of Information Act



One in four primary schools in England have no male teachers, new figures show.
A total of 4,587
primary schools – more than a quarter – only have female teachers, according to the statistics obtained through the Freedom of Information Act.


Some counties, including Cumbria, Derbyshire, Essex, Hampshire, Hertfordshire, Lancashire and Norfolk, have more than 100 primaries where
teaching is done solely by women.

The figures, obtained by the Telegraph, highlight the difficulty in getting male teachers to opt for primary education despite a two-year government campaign.
Primary teaching is increasingly seen as a "feminine" career and men tend to shun working with younger children through fears they will be accused of paedophilia.


But experts say it is particularly important for boys to have positive male role models as they grow up.


For many, the lack of male teachers in primary school means they do not have regular contact with an adult man until the age of 11, when they move to secondary school.


But Jim Knight, the schools minister, said the situation was improving.
"There has never been a better time to be a teacher with pay at record levels; more support staff than ever before to free them up to focus on the classroom; better facilities; and schools given full power to impose discipline – but we know there is more to do to take on a long-standing and completely false perception among some men that primary schools don't offer as demanding a job as secondary schools," he said.


"The Training and Development Agency's more direct and male-centred recruitment campaigns are helping to get more men in the classroom – and we are starting to see more male applicants come forward in the last year."
A spokesman for the TDA said the number of men applying to be a primary school teacher was "gradually improving".


"In 2001-02 around 1,500 men began primary teacher training. The TDA launched a campaign in 2005 and halted the downward trend. That number has risen to 2,341 in 2008-09," he said.


"Our recruitment campaign emphasises the rewards of a good salary and career path for teachers, as well as the rewards of making a difference to young peoples' lives.


"The TDA also provides primary taster courses especially for men; advice from serving male teachers who act as teaching advocates and funding for teacher training providers to help them recruit and retain male applicants."


• This article was amended on Thursday 26 March 2009. Above we said incorrectly that none of the Isle of Wight's primary schools have male teachers. This is not the case.

Las diferencias entre el fracaso escolar masculino y el femenino son enormes en España


[Magisterio, marzo 2009]


El fracaso escolar se extiende por el nordeste de España


-En 2002 el fracaso escolar dividía España dos mitades, norte y sur. Pero en 2006
este fracaso ya se había extendido por el nordeste peninsular. Además, la densidad del fracaso se ha desplazado hacia el Levante.
-Las provincias con mayor fracaso son Ceuta (52%), Alicante (44%) y Almería (39,4%). Las que menos, Guipúzcoa (11,9) y Asturias (16,5%), seguidas por Soria (16,7%) y Salamanca (17,9%).
-La peor evolución la registran Teruel (11,3 puntos más desde 2002), Palencia (+9,4) y Huesca (8 puntos más). La mejora más pronunciada desde 2002 se encuentra en Soria (-8 puntos) y Ávila (-6,5).
-La probabilidad de fracasar de una chica soriana es del 7%, mientras que la de un chico alicantino es del 52%, siete veces y media más.
-La única provincia donde las chicas fracasan más que los chicos es Ceuta, aunque más de la mitad de ambos sexos no acaban la ESO. Por el contrario, varias de las provincias con mayor diferencia entre sexos se concentran en la submeseta sur.

NOTA DE PRENSA

Madrid, 25 de marzo.– El periódico semanal MAGISTERIO publica en exclusiva y por primera vez desde que se implantó la Logse el fracaso escolar por provincias. Los primeros análisis de los datos, correspondientes al periodo 2002-2006, indican que el fracaso fue ganando terreno en esos años por el nordeste español, dejando al tercio noroccidental con una tasa sensiblemente menor.
Aún así, ninguna provincia española tiene un fracaso bajo en términos europeos, ya que ni una se encuentra por debajo del 10%. Se aproxima Guipúzcoa, con un 12%, aunque por debajo del 20% se encuentran también Asturias, Soria, Salamanca, Álava y Vizcaya. Por debajo, una cuarta parte de las provincias españolas se encuentra con más de un 35% de fracaso, todas ellas en la mitad sur. Los últimos lugares los ocupan Ceuta, Alicante y Almería.


Por sexos, las diferencias se amplían mucho más, siendo más de siete veces menor la probabilidad de fracasar de las mujeres nacidas en Soria que de los hombres alicantinos.


El fracaso escolar se calcula a partir de la tasa bruta de graduados en ESO, e indica el porcentaje de población que no obtiene el título de Educación Secundaria Obligatoria. En 2006 ese porcentaje fue del 30,8% de los estudiantes. Todos los datos del estudio, en las páginas siguientes.


Chicos y chicas:

> Las diferencias entre el fracaso escolar masculino y el femenino son enormes en España, donde en 2006 alcanzaban los 14 puntos.


Ceuta:
> Sin embargo, la media española esconde una casuística de lo más variada. Por ejemplo, Ceuta es la única "provincia" donde chicos y chicas están
igualados en fracaso. Desgraciadamente, para mal: tanto la mitad de los chicos
como la mitad de las chicas fracasan en este territorio, dependiente,
por cierto, del Mepsyd.

Diferencias reducidas:
> Tras esta ciudad autónoma, las provincias con menos diferencias
de fracaso entre chicos y chicas son Palencia (2,5 puntos), Guipúzcoa (6,4), Melilla (7,4), Zaragoza (7,9) y Barcelona (9,7). Son las únicas provincias
con menos de diez puntos de diferencia.

Diferencias enormes:
> Por la parte baja de la tabla, el caso de Cáceres es el más relevante,
pues hay 23 puntos de diferencia entre el fracaso de
uno u otro sexo. La siguen, con una diferencia entre 19 y 20
puntos, Cuenca, Toledo, Soria, Castellón y Albacete.

Sorianas:
> El caso de Soria es bastante particular: mientras que los hombres tienen un fracaso escolar similar al de las provincias de su entorno, las chicas
obtienen el menor fracaso de España, con un 7%.

Meseta sur:
> No deja de ser preocupante –aunque el Ministerio de Igualdad no moverá una pestaña por este hecho– el que las mayores diferencias entre chicos
y chicas se concentren en la meseta sur, donde se concentran cuatro de las seis provincias con más diferencias.
Capitalidad:
> Las provincias con grandes ciudades suelen tener menos diferencias
de fracaso entre chicos y chicas, y por ello están en la parte alta de la tabla Madrid, Barcelona o Zaragoza.

Siete veces más:
>Una soriana tiene un 7% de probabilidades de fracasar. Un alicantino, un 52%.

Artículo completo en:
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